Einmal die Ausbildung einem besonderen Gremium vorstellen. Diesen Wunsch setzte die Berufsfachschule für Altenpflege der vhs Landshut e.V. kürzlich um und begrüßte die Damen und Herren des Seniorenbeirates der Stadt Landshut. Im Rahmen des Informationstreffens hatte der hohe Besuch auch die Möglichkeit mit fünf Schülerinnen im zweiten Ausbildungsjahr zu sprechen. In einem Interview machten sie dabei deutlich, dass Altenpflege mehr ist als „satt und sauber sein“. Altenpflege heißt für die zukünftigen „Fachfrauen“, dass sie dem hilfebedürftigen Menschen die Kompetenz zugestehen, die notwendig ist, damit Senioren das eigene Leben bzw. die Vollendung des eigenen Lebens auch bei zunehmender Hilfeabhängigkeit als Aufgabe erleben und gestalten können. Eine der Schülerinnen erklärte sinngemäß, dass sie am Abend zufrieden einschlafen könne, wenn sie das Gefühl habe, auch heute wieder den ihr anvertrauten Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern zu einem innerlich ausgeglichenen Tag verholfen zu haben. „Solche Nachwuchskräfte leben für ihren Beruf. Wenn man so umsorgt wird, kann man würdevoll alt werden, auch in einem Altenpflegeheim“, so die abschließende Meinung der Mitglieder des Seniorenbeirates.

 

Später informierte die Leiterin der Altenpflegeschule, Frau Ulrike Sölch, über die aktuelle Ausbildungssituation in Niederbayern und speziell im Landshuter Raum. Das besondere an der Ausbildung aktuell ist, dass in diesem Jahr zum letzten Mal das bestehende Ausbildungssystem in der Pflege umgesetzt wird.
Dies ist eine besondere Situation, und alle Interessenten, die sich für den spezialisierten Beruf „staatlich anerkannte/r Altenpfleger/in“ noch entscheiden wollen, sollten die letzte Chance im September 2019 zum Einstieg in die bewährte Ausbildung nutzen. Ab 2020 tritt das Pflegeberufereformgesetz in Kraft und sieht vor, so Ulrike Sölch, dass die Berufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in sowie Altenpfleger/in zu einem einheitlichen Beruf „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ verschmolzen werden. Damit wird eine moderne, komplett neue Pflegeausbildung geschaffen, die unsere Pflegekräfte verstärkt auf die sich verändernden Anforderungen in der Pflegepraxis vorbereitet. Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung mit der Möglichkeit einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung zu wählen. Wer die generalistische Ausbildung im dritten Jahr fortsetzt, erwirbt den Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann und gleichzeitig die europäische Norm. Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können für das dritte Ausbildungsjahr statt des generalistischen Berufsabschlusses einen spezialisierten Abschluss in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege erwerben.
„Der Seniorenbeirat begrüßt die durch Bundesgesetz ab dem Schuljahr 2020 mögliche dreijährige generalistische Ausbildung in der Pflege. Die Möglichkeit, die generalistische Ausbildung nach zwei Jahren zu verlassen und sich im dritten Ausbildungsjahr ganz auf die Altenpflege zu spezialisieren, ist vor allem für die pflegebedürftigen Heimbewohner eine Alternative“, erklärte der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Franz Wölfl.

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